Wir-sind-Eppendorf – Vollversammlung am 16.Oktober

13. Oktober 2012 at 2:24

Liebe Eppendorferinnen und Eppendorfer,

unser Stadtteil droht sein Herz zu verlieren: An der Eppendorfer Landstraße 97 bis 109 sollen das historische Fachwerkhaus „Tre Castagne“, vier benachbarte geschichtsträchtige Häuser und drei alte Kastanien vier- bis fünfstöckigen Neubauten weichen. Der dörfliche Kern unseres Viertels wird damit unwiederbringlich zerstört. Alteingesessene Mieter und Gewerbetreibende verlieren ihren Wohn- und Arbeitsplatz und müssen neuen Flächen weichen, deren Miete sie sich nicht mehr leisten können.

Schon lange beobachten wir mit Sorge, wie anstelle von alten Gebäuden gesichtslose Neubauten mit exklusiven Eigentumswohnungen entstehen, die als reine Kapitalanlagen oftmals leer stehen.

Wir Eppendorfer wollen in einem Stadtteil leben, der Menschen aller Alters- und Einkommensschichten ein lebenswertes Umfeld mit Einzelhändlern und Gastronomen abseits der großen Ketten bietet und sagen ganz im Geiste des berühmten Eppendorfers Wolfgang Borchert NEIN! zu dieser Entwicklung.

DIENSTAG 16. Oktober 2012 – 20 Uhr
Aula der ehemaligen Wolfgang-Borchert-Schule, Erikastraße 41

Wohnungsbau in Hamburg auf Rekordkurs – Eine Deutung

13. Oktober 2012 at 1:41

http://www.abendblatt.de/hamburg/article2409370/Wohnungsbau-in-Hamburg-auf-Rekordkurs.html

Bevor man Rekorde vermeldet, sollte man darüber aufklären, um welche Form von Wohnungsbau es sich hier handelt. Um dringend benötigte, bezahlbare Wohnungen oder um hochpreisige Eigentumswohnungen, die vor allem den Kapitalmarkt als Anlageobjekte bedienen!?

Derzeit fallen jährlich rund 5.700 Wohnungen aus der Sozialbindung, während “angestrebt” 2.000 nachgebaut werden. Der Wohnraumbedarf liegt aber genau in diesem Marktsegment, vor allem wenn man sich die demografische Entwicklung ansieht und auch vor der massiv auf uns zukommenden Altersarmut nicht die Augen verschließt. Das Hamburger Wohnungsbauprogramm ignoriert diese Tatsachen jedoch genauso, wie es übersieht, daß teure Eigentumswohnungen inzwischen nahezu “blind” gekauft werden, sehr häufig auch aus dem Ausland; und zwar nicht um Wohnraum zu bekommen, sondern um sein Geld sicher zu deponieren. Folglich schafft diese Form des Wohnungsbaus keinen Wohnraum, sondern vernichtet sogar noch.
Wenn dann, wie aktuell in Eppendorf, sogar noch historische Bausubstanz für gesichtslose Eigentums-Einheitsarchitektur weichen soll, regt sich der Widerstand in der Bevölkerung. Es dürfte also noch ein heißer Herbst in Hamburg werden …